SPIEGEL GESCHICHTE 4/2026 "RUSSLAND VERSTEHEN"
Titelthema Russland verstehen Wie Putin die Geschichte umdeutet - und wie es wirklich war
Weitere Themen
-
Staatsterror: Iwan der Schreckliche
-
Katharina: Die Zarin und die Krim
-
Ideologie: Mythos vom »Dritten Rom«
Der Ausdruck »Putin-Versteher« hat sich zum Schmähwort für all jene entwickelt, die Verständnis oder gar Sympathie für die Politik des russischen Machthabers aufbringen. Dabei ist das Verstehen-Wollen nicht im apologetisch-mitfühlenden, sondern im analytischen Sinne zu Unrecht in Verruf geraten. Dieses Heft will russische Geschichte auf aktuellem Forschungsstand erzählen – und zugleich deutlich machen, wann und wie sie umgedeutet wurde. Durch Kremlchef Wladimir Putin, der Geschichte zur Waffe gemacht hat, wie Historiker Klaus Gestwa schreibt. Aber der russische Präsident war damit nicht der Erste. Einst war es die fromme Polemik eines orthodoxen Mönchs, die das geistige Fundament für eine Erzählung vom »heiligen Russland« legte. Der junge Heerführer Alexander Newskij kann mittlerweile als russischer Universalheld gelten. Und auch der Mythos um Donkosak Stenka Razin trägt bis heute. Putin selbst vereinnahmt für seine Zwecke vor allem frühere Herrscherinnen und Herrscher wie Fürstin Olga und ihren Enkel Wladimir, Iwan den Schrecklichen, Katharina die Große und Peter den Großen . Die Historikerin Monica Rüthers und der Gewaltforscher Jörg Baberowski erklären im Interview, wie der Kremlchef dabei an alte russische Ordnungsvorstellungen anknüpft. Herrschaft, so sagen sie, legitimiere sich in Russland vor allem durch Angst vor Chaos.
Gewicht (g): 340
Verlag: Spiegel-Verlag
Magazinsprache: DE
Erscheinungsdatum: 17.07.2026

















